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So, 14.10.2007
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Es wird ein Sieg der Farblosigkeit

Am kommenden Sonntag wird in Slowenien ein neuer Staatspräsident gewählt. Die besten Chancen hat der konservative Ex-Premier Lojze Peterle.

Im slowenischen Murgebiet zwischen Gornja Radgona und Murska Sobota ist die Präsidentenwahl vom kommenden Sonntag kaum ein Gesprächsthema. Aber zumindest Wahlplakate gibt es.

Vor einer Trafik fällt ein übergroßes Plakat mit dem Bild des Präsidentschaftskandidaten Danilo Türk auf. ,,Mir können Sie vertrauen!" lautet seine Botschaft. Die Verkäuferin, die wir darauf ansprechen, zuckt aber nur die Achseln. ,,Die hohe Arbeitslosigkeit ist hier unser großes Problem."

Tatsächlich sieht man die Armut an vielen Häusern: Der Fassadenverputz ist abgeblättert, viele Geschäfte sind mit Brettern vernagelt. Der Sprung aus der kommunistischen Ära scheint hier weniger geglückt zu sein als in anderen Teilen Sloweniens.

Über die Wahlen will die Verkäuferin nicht sprechen. Aber sie zeigt auf den nahen Grenzübergang. ,,Früher sind wir nach Österreich hinüber gepilgert, um Waren einzukaufen, die es bei uns damals nicht gab", erzählt sie. ,,Jetzt gehen wir hinüber, um zu arbeiten. Viele tun es schwarz."

Der Spitzenkandidat Lojze Peterle, dem alle Meinungsumfragen zwischen 26 und 30 Prozent der Stimmen bescheinigen, lächelt auf den Plakaten entlang der Autostraße. Sein schwaches Image versucht er mit der Unterstützung von internationalen Politikern wettzumachen. ,,Für mich ist Peterle die richtige Person", beteuert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ebenfalls auf Außenpolitik setzt Peterles Konkurrent, der Ex-Diplomat Danilo Türk. Sollte er gewählt werden, wolle er sich verstärkt um die Kärntner Slowenen bemühen, verspricht er. Bei den Umfragen kommt er auf rund 12 Prozent. Damit hat er die besten Chancen, mit Peterle in den zweiten Wahlgang am 11. November aufzusteigen.

Der Ex-Chef der Nationalbank, Mitja Gaspari, wird dies kaum schaffen. Bei den jüngsten Umfragen erhielt er sogar weniger Stimmen als der Ultranationalist Zmago Jelincic. Jelincic setzt auf den ,,harten" Kurs gegenüber Kroatien in der Frage der Seegrenze in der Bucht von Piran.

Eine Woche vor der Wahl ist die größte Gruppe die der unentschlossenen Wähler. Sie beträgt beachtliche 34 Prozent.

ALEXANDER ORSSICH

Hat die besten Chancen: Lojze Peterle EGGENBERGER

  
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