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So, 14.10.2007
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SABINE MANDAK HAT DEN KREBS BESIEGT

"Ich bin trotzdem ein Glückskind"

In der NEUE am Sonntag spricht die 51-jährige Grüne Nationalratsabgeordnete Sabine Mandak erstmals über ihre Brustkrebs-Erkrankung und wie sie sie besiegt hat.

MARTINA KUSTER Man sieht ihr nicht an, dass

sechs Chemotherapien und

eine Operation hinter ihr liegen. Sabine Mandak (51) schaut aus wie immer. Ihre kurzen Haare kringeln sich frech, ihre Augen strahlen. Und auch ihr Lachen ist noch genauso herzerfrischend wie früher.

Doch es ist noch gar nicht lange her, "da sah ich wie ein Zombie aus", so Mandak zum "Sonntag". An die Glatze konnte sie sich ja noch gewöhnen. "Aber die Wimpern und die Augenbrauen zu verlieren, war schon heftig und gewöhnungsbedürftig." Das habe ihr Aussehen derart verändert, "dass man mich in Feldkirch gar nicht mehr erkannt hat."

Frisch verliebt

Der Krebs kam mit immensem Tempo. "Dreieineinhalb Monate bevor mein Partner Hans-Peter am 1. Jänner einen Knoten in meiner Brust entdeckt hat, war ich bei meiner Frauenärztin. Da war noch nichts zu ertasten." Und er kam in einer Situation, wo es der Grünen Nationalratsabgeordneten hervorragend ging. "Ich war gerade frisch verliebt."

Knoten bösartig

Bis die endgültige Diagnose - Brustkrebs - feststand, arbeitete Mandak weiter. Innerlich stellte sie sich aber darauf ein, dass es Krebs ist. "Irgendwie war ich mir sicher, dass der Knoten bösartig ist." Nach der niederschmetternde Diagnose weinte sie. Doch ihr Partner baute sie rasch wieder auf. "Wir schaffen das!", sprach er ihr Mut zu und nahm sie in die Arme.

Die Mutter zweier erwachsener Töchter hatte sich schnell wieder gefasst. "Es ist so wie es ist. Man muss das Beste daraus machen", dachte sie sich. Und: "Was man nicht ändern kann, muss man annehmen. "

So stellte sie sich tapfer der lebensbedrohlichen Krankheit. "Ich war zuversichtlich, dass eine höhere Macht mich trägt."

Die Chemotherapie zog sich von Jänner bis Mai und war sehr erfolgreich, weil der Knoten zum Verschwinden gebracht werden konnte und auch keine Metastasen festgestellt wurden.

Während der "Chemo" igelte sich die Politikerin ein. "Ich wollte niemanden - nicht einmal meine Familie - um mich haben und habe geschlafen, geschlafen und nochmals geschlafen." Staunend nahm die viel beschäftigte Spitzenpolitikerin zur Kenntnis, wie anders ihr Tag jetzt strukturiert war. "Aufstehen, frühstücken, duschen, einkaufen, rasten, schlafen. Dieses Tagesprogamm kam mir richtig schräg vor." In den Phasen, wo es ihr besser ging, raffte sie sich zur politischen Arbeit auf, nahm an Sitzungen in Wien teil.

Der Krebs ist weg

Im Juni kam es dann zur Operation. "Es konnte zum Glück brusterhaltend operiert werden", ist Mandak noch heute sehr froh darüber. Auf die OP folgten sechs Wochen Bestrahlung.

Dann endlich die erlösende Nachricht: der Krebs ist weg.

Da atmete die ganze Familie auf: die Mutter, die Töchter, der Partner. Mandak selbst stürzte sich gleich wieder in die Arbeit. "Ich wollte es zwar etwas sachter angehen, aber jetzt bin ich schon wieder voll drinnen in der Mühle."

Doch ganz die Alte ist sie noch nicht. "Mein Körper setzt mir noch deutliche Signale. Ich werde zum Beispiel schnell müde. Auch Kopfschmerzen bekomme ich hin und wieder."

Innerlich ist sie auch nicht mehr die Alte. Die lebensbedrohliche Krankheit hat sie verändert. "Ich sehe das Leben nicht mehr als selbstverständlich an." Die Krankheit zwang sie außerdem, sich intensiv mit dem Tod auseinanderzusetzen. "Ich hätte ihn annehmen können", sagt sie, "denn ich hatte in diesen 51 Jahren ein reiches und erfülltes Leben. Aber für meine Familie wäre es schrecklich gewesen."

Starker Rückhalt

Mandak hat sich "nie an den Todesanzeigen orientiert, sondern an den Menschen, die seit Jahren mit Krebs leben". Begünstigte das ihre Genesung? Oder trugen die guten Rahmenbedingungen dazu bei, dass sie gesundete? Die 51-Jährige glaubt jedenfalls, dass sie deshalb loslassen und in Ruhe gesund werden konnte, weil ihr der Partner, die Familie und die Freunde ein starker Rückhalt waren und weil eine gute medizinische Versorgung und das Finanzielle sichergestellt waren. "Das ist ein Privileg. Und das würde ich jedem Menschen wünschen, der wie ich schwer erkrankt." Und gerade deswegen fühlt sie sich als Glückskind, trotz der Diagnose Krebs. "Denn unter solchen Rahmenbedingungen Krebs zu haben ist ein Glück."

PINK RIBBON TOUR

In Österreich erkranken jährlich zirka 5000 Frauen an Brustkrebs. In Vorarlberg sind es pro Jahr rund 170 Frauen, die mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert werden.

Die Österreichische Krebshilfe Vorarlberg lädt am Samstag, den 20. Oktober, ab 9 Uhr Pink zur Ribbon Show auf dem Dornbirner Marktplatz.

Die Pink Ribbon Tour der Österreichischen Krebshilfe informiert alljährlich im internationalen Brustkrebsmonat Oktober über Brustkrebsvorsorge.

Als Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Frauen lässt man 170 rosa Ballons in den Himmel steigen.

Nach der schweren Krebserkrankung kann Sabine Mandak die Ausflüge in die Natur wieder genießen. HANS ZELLHOFER

"Ich sehe das Leben nicht mehr als selbstverständlich

"an. Sabine Mandak, Grüne Nationalratsabgeordnete

  
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