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nächster Artikel "Ich leide mit den Patienten mit" Bianca Huemer ist mit 26 Jahren Vorarlbergs jüngste Zahnärztin. Im Interview mit der NEUE am Sonntag spricht sie über ihren ersten Patienten, die Angst vor dem Zahnarzt und was ein gewinnendes Lächeln für sie ausmacht. ZUR PERSON Dr. Bianca Huemer, geboren am 12. März 1981, wohnhaft in Wolfurt Ausbildung: Matura am BORG Lauterach, 1999 Beginn des Medizinstudiums an der Universität Wien, 2002 Umstieg auf Zahnmedizin, Abschluss im April 2007, seit Ende August beschäftigt am Institut ihres Vaters in Wolfurt Eltern: Peter (54), Lydia (52) Schwester: Vera (20), studiert Zahnmedizin Hobbys: Malen, Reisen, Kochen, Joggen Lieblingsessen: Bandnudeln mit Steinpilzrahmsauce Lebensmotto: "Das Leben ist keine Generalprobe" Handy-Klingelton: "Beautiful day" von U2 Bianca Huemer strahlt über das ganze Gesicht. Die 26-jährige Blondine im blauen Kittel weiß ihr perfektes Zahnpastalächeln einzusetzen. Sie wirkt sympathisch, gewinnend. Ihr traut man nicht einmal zu, dass sie einer Fliege etwas zu Leide tun könnte. So kann man sich täuschen. Denn ihre Utensilien im Beruf sind Bohrer und Spritze. Eine Begegnung mit ihr geht nicht immer schmerzfrei ab. Ihr Job: Zahnärztin. Seit Ende August arbeitet sie im Institut ihres Vaters, Peter und ihrer Mutter Lydia. Im Interview haben wir die Rollen getauscht und der Frau Doktor auf den Zahn gefühlt. Wie werden Sie von ihren Patienten angesprochen? BIANCA HUEMER: Für die Patienten bin ich Frau Doktor Huemer. Legen Sie Wert auf diese Anrede? HUEMER: Das ergibt sich automatisch. Da gibt es natürlich Bekannte oder Patienten, die mich von früher kennen. Da will ich natürlich nicht, dass sie mich als Frau Doktor Huemer ansprechen. Was dürfen Sie am Patienten bereits machen? HUEMER: Ich habe das Studium zur Zahnheilkunde abgeschlossen und darf daher alle Behandlungen durchführen. Hier am Institut Dr. Huemer habe ich aber meinen eigenen Schwerpunkt. Der liegt bei der ästhetischen restaurativen Zahnheilkunde, das sind zum Beispiel Kronen und Brücken auf Zähnen oder Implantaten. Meine Aufgabe ist es, wieder ein schönes Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Hat man Sie schon einmal mit einer Zahnarztassistentin verwechselt? HUEMER: (lacht): Das ist mir bisher noch nicht passiert. Aber ich habe das schon von anderen Kolleginnen gehört. Aber wenn auch, so etwas darf doch passieren. Hatten Sie früher selbst Angst vor dem Zahnarzt? HUEMER: Nein, als Kind war der Zahnarzt für mich immer ein Erlebnis. Ich hatte richtige Freude. Ich kann mich noch erinnern, als ich mit sechs, sieben Jahren unbedingt wissen wollte, wie es ist, wenn man eine Spritze bekommt. Ich habe mich einfach auf einen Behandlungsstuhl gesetzt. Das hat eine ältere Patientin meines Vaters mitbekommen und nur ungläubig gerufen: "Oh, meine Güte, das arme Kind." Aber ich hatte absolutes Vertrauen in meinen Vater. Und wie ist es mit der Angst heute? HUEMER: Ich habe heute schon großen Respekt vor der Zahnheilkunde, vor allem wenn ich einen Patienten behandle. Denn ich weiß was alles wehtun kann. Das will ich natürlich unbedingt vermeiden. Sie sind mit 26 Jahren als Zahnärztin noch verhältnismäßig jung. Werden Sie trotzdem von ihren Patienten akzeptiert? HUEMER: Ja, das Gefühl habe ich schon. Ich habe natürlich bereits während meiner Fachausbildung an der Zahnklinik in Wien schon zwei Jahre behandelt. Haben Sie ein berufl iches Vorbild? HUEMER: Das ist natürlich mein Vater. Von ihm habe ich die Begeisterung und Freude zum Beruf mitbekommen. Und auch sein großes Engagement hat mich beeindruckt. In den Sommerferien habe ich am Institut oft mitgearbeitet und dabei beobachtet, was für ein Perfektionist mein Vater ist. Es war schon beeindruckend zu sehen, wie jemand den Beruf zu seinem Lebensinhalt machen kann. Diese Leidenschaft meines Vaters hat mich angesteckt.Wie war das Gefühl, als sie zum ersten Mal selbst einen Patienten behandelt haben? Wer war nervöser? HUEMER: Es war während meiner Fachausbildung in Wien, da war auf jeden Fall ich nervöser. Zum Glück war es keine schlimme Behandlung für den Patienten. Nur eine Erstuntersuchung. Da galt es abzuklären, was zu machen ist. Und ich habe für die Untersuchung auch sehr lange gebraucht. Leiden Sie mit ihren Patienten mit? HUEMER: Ja, auf jeden Fall. Wenn zum Beispiel eine Zahnentfernung oder eine Wurzelbehandlung ansteht, oder wenn ich weiß, dass der Patient Schmerzen hat, kann ich das nachempfinden. Vor allem bei Kindern ist eine schmerzfreie Behandlung ein Muss. Was ist das Geheimnis für gesunde, weiße Zähne? HUEMER: Die Vorsorgeuntersuchung ist das Geheimnis. Jedes Kind sollte sich schon im frühen Alter an den Zahnarzt gewöhnen. Es sollte ganz normal sein, dass man halbjährlich zur Mundhygiene geht. Ich hatte selbst immer diese Kontrollen und bis auf die Weisheitszähne und eine Füllung noch keine Probleme. Gibt es nicht auch Menschen, die einfach schlechteres Zahnmaterial als andere haben? HUEMER: Das kann man nicht so einfach beantworten. Viele reden sich auch oft darauf hinaus und behaupten, sie hätten überhaupt schlechte Zähne. Es gibt aber natürlich Menschen, die schon als Kind eine erhöh- Eine Zahnärztin als Sympathieträgerin? Bianca Huemer ist der lebende Beweis, dass das auch tatsächlich möglich ist. Fortsetzung von Seite 17te Zahl von Karies-Bakterien im Mund haben, die sind natürlich stärker gefährdet und müssen öfters zur Prophylaxe. Gibt es aus Sicht der Zahnärztin Todsünden, die man unbedingt vermeiden sollte? HUEMER: Die größte Todsünde ist es, die Zähne einfach nicht zu putzen. So fangen die meisten Probleme an. Wenn man die Beläge nicht regelmäßig wegputzt, ist die Gefahr groß, dass sich Karies und Parodontitis bilden. Eine Todsünde ist es auch, aus lauter Angst nicht zum Zahnarzt zu gehen. Und wenn man dann aber doch hingeht, erlebt man meist eine große Überraschung. Bei Patienten, die seit ihrer Kindheit regelmäßig zu uns kommen, haben wir meist nichts zu tun. Die kommen nur zur Mundhygiene. Das ist die beste Vorsorge, die man machen kann. Hat das Bewusstsein für gesunde, weiße Zähne zugenommen? HUEMER: Das hat enorm zugenommen. Zum Beispiel weiß heute jeder über das Zähnebleichen Bescheid. Und viele wollen dieses perfekte Hollywoodlächeln. Das können wir natürlich nicht jedem Patienten in den Mund zaubern. Zum Beispiel Füllungen oder Kronen können nicht gebleicht werden. Viele wollen auch ihre Amalgamfüllungen gegen zahnfarbene Restaurationen austauschen. Damit man beim Lachen das dunkle Metall im Unterkiefer nicht mehr sehen kann. Es geht immer mehr in Richtung helle Zahnfarben. Aber das "Scheinwerfer-Weiß", das zuviel des Guten, geht aber mit unserem Empfi nden von schönen Zähnen nicht immer konform. Das wirkt manchmal schon unnatürlich. Was gibt es für andere Trends? HUEMER: Implantate sind immer mehr im Kommen. Man kann heute alles Festsitzend machen. Die Zähne müssen nicht mehr über Nacht herausgenommen werden. Das steigert vor allem bei älteren Menschen die Lebensqualität enorm. Gibt es ein gewinnendes Lächeln? HUEMER: Ja, das gibt es. Ein gewinnendes Lächeln bedeutet für mich, wenn die Zähne mit dem restlichen Gesicht harmonieren. Es muss zur eigenen Persönlichkeit passen. Das hat aber nichts mit einer hundertprozentig schönen Zahnform oder einer perfekten Zahnfarbe zu tun. Wenn jemand eine kleine Zahnlücke hat, kann das Lächeln dennoch gewinnend sein. Was mich persönlich noch interessiert hätte: Wer ist wehleidiger, Mann oder Frau? HUEMER: Das sind die Männer. Das habe ich schon bemerkt. Männer sind etwas ängstlicher. Sie rufen schneller nach einer schmerzstillenden Spritze. Am liebsten wollen sie einfach nichts spüren. Aber ganz ehrlich, wir Frauen wollen das doch auch. INTERVIEW: FRANK ANDRES Die junge Zahnärztin ist auch Hobby-Malerin. Einige ihrer Werke hängen auch im Institut in Wolfurt. Verkäuflich sind die Werke aber nicht. BERND HOFMEISTER (4) "Männer sind ängstlicher. Sierufen schneller nach einer schmerzstillen-"den Spritze. Die Frau Doktor in voller Montur. Wenn Sie mit dem Bohrer und der Spritze kommt, herrscht beim Gegenüber meistens Schweigen.
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